Berlin: Hauptstadt der Unfälle

Fachartikel aus dem Bereich Strafrecht, Revision und Ordnungswidrigkeiten - 26.08.2010 - 635 mal gelesen.
In Berlin kommt es alle vier Sekunden zu einem Verkehrsunfall. Dies führt zu einem Durchschnitt von 340 Unfällen pro Tag. In keiner anderen deutschen Stadt geschehen so viele Verkehrsunfälle.

Laut Unfallstatistik der Berliner Polizei kam es 2009 aufgrund von Rücksichtslosigkeit und Fahrlässigkeit in Berlin zu insgesamt 124.992 registrierten Verkehrsunfällen. Dabei wurden 14.525 Personen leicht verletzt,1.752 Personen schwer verletzt und48 Personen getötet.

"Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg von 0,8 %", so der Polizeipräsident von Berlin Dieter Glietsch. "Zurückzuführen  ist dies auf die erhöhte Zahl der leichteren Sachschadensunfalle, zu denen u.a. witterungsbedingte Blitzeisunfälle zu Beginn des letzten Jahres, aber auch Ein- und Ausparkunfälle mit geringer Schadenshöhe zählen", so Glietsch weiter.

Im Durchschnitt krachte es demzufolge 340-mal am Tag in Berlin, wobei durchschnittlich 45 Personen täglich verletzt wurden. Die höchste Durchschnittsquote hat der Bezirk Mitte. Dort kam es im Jahr 2009 zu 54 Verkehrsunfällen pro Tag. Die wenigsten Verkehrsunfälle ereigneten sich dagegen in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf mit durchschnittlich 18 bzw. 15 Verkehrsunfällen am Tag.

Die häufigsten Unfallursachen waren überhöhte Geschwindigkeit und die Nichteinhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstandes (nicht nur auf der Stadtautobahn) sowie die Nichtbeachtung der Vorfahrt. Dabei geschehen die meisten Verkehrsunfälle in Kreuzungsbereichen, Einmündungen und Ein- und Ausfahrten.

Die Zahl der Verkehrsunfalltoten sank auf 48 Personen. Im bundesweiten Vergleich kommt Berlin danach auf 14 Unfalltote pro 1 Million Einwohner und hat damit die niedrigste Belastung von Unfalltoten im bundesweiten Vergleich zu verzeichnen. Insgesamt wurden in 2009 16.277 Personen durch einen Verkehrsunfall leicht oder schwer verletzt. Dies sind mehr als 1.500 Unfallverletzte als im Vorjahr und entspricht einer Reduzierung der Unfallverletzten in Höhe von 8,5 %. In 7.056 Fällen waren an dem Verkehrsunfall Radfahrer beteiligt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Beteiligung um 8 %. Allerdings haben ? laut Statistik ? Radfahrer in 57,9 % dieser Fälle den Verkehrsunfall alleine oder zumindest mitverursacht. "Mit 9 getöteten Radfahrern war aber noch jeder fünfte Verkehrstote in Berlin und jeder dritte Verletzte ein Radfahrer", so Glietsch.

910-mal waren die Folgen von Alkoholgenuss und Drogenkonsum mitursächlich für den Eintritt eines Verkehrsunfalls. Ein Alkohol- oder Drogenkonsum wurde bei 259 Autofahrern, 208 Radfahrern und 109 Fußgängern festgestellt. Die meistens Unfälle mit alkoholisierten Personen gab es im Bezirk Mitte und in Friedrichshain-Kreuzberg waren die meisten Drogenkonsumenten an einem Verkehrsunfall beteiligt.

Statistisch gesehen ereigneten sich 2/3 der Unfälle am Tag und 1/3 in der Nacht bzw. in der Dämmerung.

Der Autor ist Fachanwalt für Strafrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht in Berlin. Telefon: 030. 8860303. Weitere Infos unter www.ra-samimi.de

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